SMD

SMD – Surface Mount Device

Surface Mount Device

Was ist SMD (Surface Mount Device)? Alles über oberflächenmontierte Bauteile: Gehäuseformen, Vorteile, SMD vs. THT und den Verarbeitungsprozess.

Was ist SMD?

SMD steht für Surface Mount Device – oberflächenmontierte Bauteile. Im Gegensatz zu bedrahteten (THT-)Bauteilen werden SMD-Komponenten direkt auf die Oberfläche der Leiterplatte gelötet, ohne dass Durchkontaktierungen (Bohrungen) erforderlich sind.

Die SMD-Technologie hat die Elektronikfertigung revolutioniert: Sie ermöglicht kleinere Baugruppen, höhere Packungsdichten und eine vollautomatische Bestückung mit hoher Geschwindigkeit. Heute werden über 90% aller elektronischen Bauteile als SMD verbaut.

Vorteile der SMD-Technologie

  • Kompakte Baugrösse: SMD-Bauteile sind deutlich kleiner als THT – Designs werden kompakter und leichter
  • Beidseitige Bestückung: Beide Seiten der Leiterplatte können genutzt werden
  • Automatisierung: Hochgeschwindigkeits-Bestückung mit Pick & Place (bis 50'000 Bauteile/Stunde)
  • Bessere HF-Eigenschaften: Kürzere Anschlusswege = weniger parasitäre Induktivität
  • Geringere Kosten: Automatisierte Fertigung senkt die Stückkosten bei Serienfertigung
  • Vibrationsfestigkeit: Durch die flache Bauweise sind SMD-Baugruppen mechanisch robuster gegen Vibrationen

Gängige SMD-Gehäuseformen

SMD-Bauteile gibt es in standardisierten Gehäuseformen. Die Bezeichnung gibt die Abmessungen in imperialen Massen an (Zoll × 0.01):

GehäuseAbmessung (mm)Einsatzbereich
010050.4 × 0.2Hightech, Hörgeräte, Wearables
02010.6 × 0.3Smartphones, Miniaturisierung
04021.0 × 0.5Standardgrösse für kompakte Designs
06031.6 × 0.8Häufig bei Prototypen (gut handlebar)
08052.0 × 1.25Standard für Industrieelektronik
12063.2 × 1.6Leistungselektronik, gut von Hand lötbar
25126.3 × 3.2Hochstrom-Widerstände, Shunts

Tipp: Für Prototypen empfehlen wir mindestens 0402 – kleinere Gehäuse wie 0201 und 01005 erfordern spezialisierte Fertigungsanlagen.

SMD vs. THT im Vergleich

EigenschaftSMDTHT
BaugrösseSehr klein (ab 0.4mm)Grösser (mehrere mm)
BestückungVollautomatisch (Pick & Place)Manuell oder Selektivlöten
Geschwindigkeit10'000–50'000 Bauteile/hDeutlich langsamer
Mechanische BelastungBegrenztSehr hoch (Stecker, Relais)
WärmeableitungBegrenzt (kleine Fläche)Besser (grössere Anschlüsse)
Beidseitige BestückungJaEingeschränkt
Stückkosten (Serie)NiedrigerHöher

Praxis: Die meisten modernen Baugruppen verwenden beide Technologien – SMD für Standardbauteile und THT für mechanisch beanspruchte Komponenten wie Stecker, Relais oder Transformatoren.

Der SMD-Verarbeitungsprozess

Die SMD-Bestückung folgt einem standardisierten Prozess:

  1. Lotpastenauftrag: Lotpaste wird mit einer Edelstahlschablone (Stencil) präzise auf die Pads aufgetragen
  2. SPI-Inspektion: 3D-Prüfung des Lotpastenvolumens – zu viel oder zu wenig Paste wird sofort erkannt
  3. Pick & Place: Der Bestückungsautomat setzt die SMD-Bauteile mit hoher Geschwindigkeit und Präzision auf die Leiterplatte
  4. Reflow-Löten: Die bestückte Baugruppe durchläuft den Reflow-Ofen, wo die Lotpaste kontrolliert aufgeschmolzen wird
  5. 3D-AOI-Inspektion: Automatische optische Inspektion prüft Lötstellen, Bauteilposition und Polarität

Bei professionellen EMS-Dienstleistern erfolgt jeder dieser Schritte unter höchsten Qualitätsstandards – von der Lotpaste bis zur fertigen Baugruppe.

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