Was ist eine BOM (Bill of Materials)? Pflichtfelder, häufige Fehler, Format-Tipps und wie Sie die perfekte Stückliste für Ihre PCBA-Anfrage erstellen.
Was ist eine BOM?
Die BOM (Bill of Materials) ist die Stückliste – das zentrale Dokument für jede Leiterplattenbestückung. Sie enthält eine vollständige Auflistung aller elektronischen Bauteile, die auf die Leiterplatte montiert werden sollen.
Die BOM ist die Schnittstelle zwischen Entwicklung und Fertigung. Eine präzise, vollständige BOM beschleunigt die Angebotserstellung, vermeidet Rückfragen und verhindert Fehlbestellungen. Eine unvollständige BOM hingegen führt zu Verzögerungen und im schlimmsten Fall zu fehlerhaften Baugruppen.
Pflichtfelder einer professionellen BOM
Jede BOM sollte mindestens folgende Informationen pro Position enthalten:
| Feld | Beispiel | Beschreibung |
|---|---|---|
| Referenz-Designator | R1, C5, U3, J2 | Eindeutige Position auf der Platine |
| Menge | 1, 2, 10 | Anzahl pro Board |
| Beschreibung | Widerstand 10kΩ 0402 1% | Technische Kurzbeschreibung |
| Hersteller | Yageo, Murata, TI | Hersteller des Bauteils |
| Hersteller-Teilenummer (MPN) | RC0402FR-0710KL | Eindeutige Bestellnummer beim Hersteller |
| Gehäuse/Footprint | 0402, SOT-23, TQFP-48 | Physische Baugrösse |
| DNP-Markierung | DNP / Do Not Place | Position wird NICHT bestückt |
Die MPN ist das wichtigste Feld – ohne sie kann das Bauteil nicht eindeutig identifiziert werden.
Häufige BOM-Fehler
Diese Fehler sehen wir regelmässig und sie kosten Zeit und Geld:
- Fehlende MPN (Hersteller-Teilenummer): «10kΩ Widerstand» ist nicht eindeutig – welcher Hersteller? Welche Toleranz? Welches Gehäuse?
- Veraltete Bauteile (EOL): Bauteile werden abgekündigt. Prüfen Sie vor der Bestellung die Verfügbarkeit bei Distributoren (Mouser, DigiKey, Farnell)
- Verwechslung imperial/metrisch: 0402 imperial (1.0×0.5mm) ≠ 0402 metrisch (0.4×0.2mm = 01005 imperial). Immer imperial verwenden!
- DNP nicht markiert: Positionen, die nicht bestückt werden, müssen klar als «DNP» oder «Do Not Place» gekennzeichnet sein
- Gruppierte Referenzen ohne Einzelzeilen: «R1–R10» statt 10 einzelne Zeilen erschwert die maschinelle Verarbeitung
- Fehlende Alternative: Ohne alternatives Bauteil kann bei Nichtverfügbarkeit nicht flexibel reagiert werden
BOM-Format und Übergabe
Das richtige Format erleichtert die Verarbeitung:
Empfohlene Formate:
- Excel (.xlsx): Am weitesten verbreitet, einfach zu bearbeiten, wird von allen EMS-Partnern akzeptiert
- CSV (.csv): Maschinenlesbar, ideal für automatische Verarbeitung und Import in ERP-Systeme
Nicht empfohlen:
- PDF: Nicht maschinenlesbar – nur als Ergänzung, nie als Primärformat
- Handschriftliche Listen: Fehleranfällig und nicht verarbeitbar
Tipp: Exportieren Sie die BOM direkt aus Ihrem EDA-Tool (KiCad, Altium Designer, Eagle, OrCAD). Das minimiert Übertragungsfehler und stellt sicher, dass alle Positionen korrekt erfasst sind.
BOM-Export aus EDA-Tools
So exportieren Sie die BOM aus gängigen EDA-Programmen:
- KiCad: Schaltplaneditor → Werkzeuge → Stückliste generieren → CSV-Plugin wählen
- Altium Designer: Reports → Bill of Materials → Excel-Format
- Eagle: ULP → bom.ulp → CSV oder Excel-Export
- OrCAD: Tools → Bill of Materials → Standard Template
Achten Sie darauf, dass alle Felder (insbesondere MPN und Footprint) im Export enthalten sind. Eine saubere BOM spart Zeit und vermeidet Rückfragen beim EMS-Dienstleister.
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